Das Integrationsprojekt am Bonhoeffer Kindergarten – Eine erste Zwischenbilanz
Bericht von Andreas Lingg
Jetzt haben wir so viel gespielt, gesungen und gelacht – da scheint es Zeit für eine Zwischenbilanz. Vor einem Monat sind wir losgezogen mit dem Ziel, Woche für Woche jeweils ein Heimatland der Bonhoeffer-Kindergartenkinder mit Migrationshintergrund zu besuchen. Ausgehend von einer ersten Station in Deutschland, hat uns diese Reise nun schon nach Bulgarien, Indien, Albanien und Brasilien geführt.
Neben der Freude der deutsch-geborenen Kinder (Es gibt wohl schon während der Woche im Kindergarten immer wieder Fragen, wann es denn endlich wieder auf Reise geht) ist es für mich und meine Kollegin Carolin Höllrich auch schön zu sehen, wie sehr die Migranten-Kinder dieses Projekt bis jetzt genießen. Als „Fachjungen/mädchen“ genießen sie die Möglichkeit, ihr Wissen mit den anderen Kindern zu teilen und erleben deren Interesse an einem Aspekt ihrer Identität, der bis jetzt vielleicht nur ein verschütteter aber doch elementarer Teil ihres Lebens darstellte. Es war nie unser Ziel die Kinder zu unterrichten – stattdessen versuchten und versuchen wir, einen spielerischen, neugierigen Umgang mit dem Eigenen und dem Fremden (was auch immer das sein mag) zu provozieren. So singen wir zum Beispiel in verschiedenen Sprachen, balancieren am Indien-Tag über den Ganges, tanzen Volkstänze am Bulgarien-Tag und genießen zum Abschluss jeder Projekteinheit eine kleine selbstgemachte Delikatesse aus dem jeweiligen Land. Dass die Kinder alle Sinne benutzen dürfen, um die verschiedenen Länder kennen zu lernen, liegt auch an der großartigen Mithilfe durch die Migranten-Eltern. Nicht nur, dass sie Kulinarisches aus aller Welt beisteuern, auch sonst sind sie mit Rat und Tat dabei – übersetzen, bringen Anschauungsmaterial mit, oder wie letzte Woche in Brasilien, tanzen sogar mit den Kindern Samba.
Insgesamt ist die Eltern-Beteiligung hervorragend und so hat es dieses Projekt glücklicherweise bisher nicht nur geschafft, die Kinder miteinander auf eine neue Art zu konfrontieren, sondern auch die Eltern aus allen Nationen am Spielfeldrand einander näher zu bringen.
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass meine Kollegin und ich mit dem bisherigen Projektverlauf mehr als zufrieden sind und wir freuen uns schon auf nächsten Mittwoch, wenn es wieder auf große Reise mit den Kindern des Bonhoeffer-Kindergartens geht.
Abschließend gilt mein Dank noch den Sportfreunden Friedrichshafen, die Vereins-Pate dieses Projekts sind und bisher sehr engagiert an jedem Projekttag beteiligt waren – Vielen Dank!
Eindrücke unserer Erlebnisse haben wir auf Bildern für Sie festgehalten. Hier gehts zur Bildergalerie.

